Yangsheng und Bewusstsein

Die Traditionelle Chinesische Medizin, kurz TCM, ist ihrem Ursprung nach eine Behandlungsmethode zur Verhinderung von Krankheiten. Der Präventionsgedanke unterscheidet die TCM bedeutend von der in der westlichen Welt praktizierten Medizin moderner Prägung. Das Kernstück der Vorbeugungsidee heißt Yangsheng, was sich übersetzen lässt mit „Pflege oder Nähren des Lebens“. Yangsheng dient dazu, Jing, Qi und Shen zu erhalten und zu steigern. Jing, Qi und Shen werden in der chinesischen Medizin auch „die drei Kostbarkeiten“ genannt, da ihre Stärke oder Schwäche die menschliche Konstitution, sprich die körperliche, emotionale und geistige Befindlichkeit eines Menschen bedingen.

Jing wird üblicherweise mit „Essenz“ übersetzt. Jing wird zum großen Teil von den Eltern geerbt, nach der Geburt aber auch in geringerem Maße aus Atemluft und Nahrung gewonnen. Jing wird in den Nieren gespeichert und zirkuliert im ganzen Körper. Jing bestimmt unsere konstitutionelle Stärke und Abwehr gegenüber krankmachenden Faktoren und bedingt Wachstum, Entwicklung und Fortpflanzung.

Qi kann am ehesten mit „Energie“ übersetzt werden. Gemeint ist die treibende Kraft, die allen Lebensfunktionen innewohnt. Die chinesischen Schriftzeichen für Qi, „Dunst“ oder „Gas“, aber auch „ungekochter Reis“, zeigen an, dass Qi gleichzeitig materiell und immateriell ist. In der TCM ist Qi eine Energie, die sich auf allen Ebenen – körperlich, emotional und geistig – zeigt.

Qi befindet sich in ununterbrochenem Fluss und wandelbaren Zuständen der Verfestigung. Qi entsteht nach der Geburt aus dem „Erb-Qi“ (von den Eltern), dem „Atem-Qi“ (aus der Lunge) und dem „Nahrungs-Qi“ (aus Magen und Milz). Qi fließt in den Meridianen und kleinen Energiebahnen des Körpers; in den Organen Leber, Herz, Milz, Lunge und Niere bestimmt es deren spezielle Funktionen; zwischen Haut und Muskulatur zirkulierendes Qi dient der Abwehr krankmachender Faktoren. Die Zusammenballung und/oder Schwäche von Qi führt zu Unwohlsein sowohl im körperlichen als auch im emotionalen und geistigen Bereich und lässt sich oft als erstes Glied einer langen Kette von Folgeerkrankungen beobachten.

Jing und Qi bilden zusammen die Grundlage für Shen, „Geist“.

Yangsheng und Bewusstsein

Shen meint die Ausprägung des Bewusstseins, des Denkens und der Persönlichkeit eines Menschen. Shen wohnt im Herzen und zeigt sich im Glanz der Augen. Sind Essenz und Qi gesund und in Fülle, ist auch Shen gesund und in Fülle. Ein gesunder Geist führt nach den Vorstellungen der TCM zu einem gesunden und glücklichen Leben.

Jing wird auch Lebensessenz genannt.
Die Bezeichnung lässt erahnen, dass Jing eine kostbare, begrenzt verfügbare Substanz ist.

Der sorgfältige Umgang mit Essenz ist einer der wichtigen Pfeiler von Yangsheng.
Essenz wird erhalten durch das Haushalten mit der eigenen Energie, durch Pflege der emotionalen Ausgeglichenheit, durch die Anpassung an die Rhythmen des Lebens, durch geeignete Ernährung und Bewegung und durch Beschäftigung mit „nährenden“ Qualitäten wie Musik, Tanz, Malerei und Dichtung.

Yangsheng, Lebenspflege, heißt, das Leben und seine grundlegenden Substanzen immer in Bewegung zu halten, sie ständig zu erneuern und zu verwandeln. Es geht darum, Dinge im Fluss zu halten, wandlungs-fähig zu sein und zu bleiben.

Ein weiterer wichtiger Aspekt von Yangsheng ist deshalb das Erkennen von blockierten Energieflüssen und stagnierten Wandlungsphasen. Stagniert der Mensch in einer bestimmten Wandlungsphase, kommt es zu Blockaden und Verhärtungen auf körperlicher, emotionaler und geistiger Ebene. Dadurch wird übermäßig Essenz verbraucht, das Leben verkürzt sich. Wandlungs-unfähigkeit bedeutet Un-lebendigkeit, Stillstand und frühen Tod.

Die Yangsheng-Analyse durch einen erfahrenen Praktizierenden der TCM erkennt in einer Vielzahl von Symptomen, Befindlichkeitsstörungen und ungünstigen Lebensumständen ein Grundmuster der blockierten Wandlungsphase. Sie zeigt Wege auf, diese Blockade zu überwinden und wieder in Fluss zu sein oder wieder im Mittelpunkt des eigenen Lebens zu stehen.

Die Traditionelle Chinesische Medizin erkennt mit Hilfe spezieller Diagnoseverfahren Blockierungen und  Schwäche der Lebensenergie als Ursache von Krankheiten oder unbefriedigenden Lebensumständen. Ein erfahrener TCM-Therapeut sammelt und ordnet die Symptome dieser Störungen und beschreibt ein „Syndrom“ als Ausgangsbasis der Behandlung.

Yangsheng und Bewusstsein

Durch Anwendung geeigneter Therapien wie Akupunktur, Kräuterbehandlung, Ernährungsumstellung und Meditation oder Qi-Gong verhilft die TCM dem Menschen zur Verbesserung seiner Gesundheit und Steigerung seiner Lebenszufriedenheit. Dabei steht nicht so sehr das „Verschwinden“ der Symptome im Vordergrund sondern das Bewusstwerden der eigenen energetischen Blockaden und Stockungen der Wandlungsphasen. Der hilfesuchende Mensch geht mit einem erweiterten Bewusstsein seiner selbst aus der Behandlung mit chinesischer Medizin hervor.
Das macht die TCM zu einer wahrhaft „ganzheitlichen Medizin“, die allerdings nicht immer „sanft“ ist!

Ein im Westen relativ bekanntes Wandlungskonzept ist die Theorie der „Fünf Elemente“. Es stellt einen sich hervorbringenden und gegenseitig beeinflussenden Kreislauf der fünf Elemente Wasser, Holz, Feuer, Erde und Metall dar. Die fünf Elemente werden den Organen zugeordnet, aber auch den Emotionen, den Farben und den Jahreszeiten. So steht z. B. das Element Holz für die Leber, für die Wut, für die Farbe grün und für den Frühling.

Weniger bekannt ist die Darstellung der universellen Zustände durch die so genannten „Trigramme“. Sie bestehen jeweils aus drei unterschiedlichen, übereinander angeordneten durchgehenden (Yang) oder unterbrochenen (Yin) Linien. Die dadurch entstehenden acht Trigramme, die sich ineinander verwandeln, symbolisieren sowohl die Wiederkehr und den ewigen Kreislauf der Jahreszeiten als auch die Lebensphasen und energetischen Zustände eines Menschen. So steht z. B. das Trigramm Kun für die Erde. Es symbolisiert den Übergang von Sommer zu Herbst, die Zeit der Ernte. Für den Menschen bedeutet es die Basis von Fülle und Struktur im Leben, aber auch – bei Stagnation dieser Wandlungsphase – große Trägheit der körperlichen Vorgänge mit Verschlackung, die sich durch ungewollte Gewichtszunahme und geistige Unbeweglichkeit zeigen kann.

Trigramm Kun

Frauen

Frauen verfügen nach den Vorstellungen der Traditionellen Chinesischen Medizin über eine einzigartige energetische Konstitution, die sie von Männern und Kindern unterscheidet. Die Physiologie einer Frau, also die Basis ihrer gesunden, normalen Lebensfunktion, wird durch das Blut, chinesisch Xue, bestimmt. Das Buch „Grundlegende Medizin“ aus dem Jahr 1575 sagt: „Frauen nehmen das Blut als ihre Grundlage, sie sind von Yin-Konstitution…“
Blut hat in der chinesischen Medizin eine andere Bedeutung als in der westlichen Medizin. Man versteht unter Blut eine dichtere Form von Qi. Qi und Blut sind untrennbar verbunden. Blut hat aber im Gegensatz zu Qi eine befeuchtende, d.h. Yin Qualität. Es stellt sicher, dass Körpergewebe wie Augen, Sehnen, Muskelansätze, Haut und Haare nicht austrocknen.

Blut wird auch als die materielle Basis von Geist, Shen, angesehen. Man sagt, es verankert den Geist im Herzen. Blut hat wichtige Beziehungen zu Magen und Milz, zum Herzen, zur Leber und zur Niere.

Obwohl Blut durch Menstruation, Schwangerschaft und Stillzeit verbraucht wird und dadurch nicht selten in Schwäche gerät, bietet die Menstruation Frauen einen besonderen Reinigungsmechanismus: mit dem Monatsblut werden auch Hitzegifte und Schlacken ausgeschieden. Die chinesische Medizin beschreibt bei Frauen einen 7-Jahre-Zyklus mit unterschiedlich ausgeprägter Fülle von Blut und Essenz in den Organen und Meridianen. Die sich daraus ergebenden Veränderungen und Abschnitte im Leben einer Frau zeigen sich z. B. im Einsetzen der ersten Menstruation und dem Beginn der Menopause.

Die Vorstellungen der TCM über einen gesunden, physiologischen Ablauf der Menstruation sind sehr detailliert und die Bedeutung der Menstruation für die Gesundheit einer Frau ist für die TCM von großer Wichtigkeit. Ein erfahrener TCM-Therapeut wird bei einer weiblichen Patientin immer – auch bei nicht gynäkologischen Beschwerden – eine ausführliche Anamnese der Menstruationszyklen erheben. In vielen Fällen lässt sich dann ein energetisches Grundmuster im Leben der Patientin feststellen, das sich oft im Erkrankungsmuster widerspiegelt.

Auch bei der TCM-Therapie von Frauen liegt eine starke Betonung auf der Regulierung der Menstruation und der Behandlung des Blutes. Für einen TCM-Praktizierenden macht es keinen Sinn, eine Patientin gegen Migräne zu behandeln und gleichzeitig bestehende Störungen des Monatszyklus weder zu erfragen noch in der Therapie zu berücksichtigen. Behandelt wird mit Akupunktur, Moxibustion (Verbrennen von Moxakraut auf der Nadel), Kräutertherapie, Ernährungsumstellung und bewusster Überprüfung der Lebenssituation durch Yangsheng-Analyse.

Frauen

Häufig zu behandelnde Erkrankungen sind:

  • Klimakterische Beschwerden: Hitzewallungen, Schlaflosigkeit, depressive Verstimmungen
  • Dysmenorrhoe; schmerzhafte Regelblutung
  • Hypermenorrhoe; zu starke Regelblutung
  • Unregelmäßige Regelblutungen
  • Zwischenblutungen
  • PMS; Praemenstruelles Syndrom
  • Amenorrhoe; Ausbleiben der Regelblutung
  • Infertilität; ungewollte Kinderlosigkeit
  • Schmerzen bei Myomen, Endometriose und Zysten
  • Migräne und Kopfschmerzen
  • Akne; unreine Haut und Ekzeme
  • Zystitis und Dysurie; Harnwegserkrankungen
  • Infektion mit Candida   
  • Fibromyalgie
  • Chronic Fatigue Syndrom
  • Burn-Out
  • LWS-Syndrom, Ischialgie, HWS-Syndrom; Schmerzen des Bewegungsapparates

Beschwerden in der Schwangerschaft:

  • Hyperemesis gravidarum; Schwangerschaftserbrechen
  • Blutungen in der Schwangerschaft
  • Vorzeitige Wehentätigkeit
  • Schwangerschaftsödeme; Wasseransammlungen
  • Beschwerden nach der Entbindung:
  • Postpartale Depression; Wochenbettdepression
  • Postpartale Gelenkschmerzen
  • Stillschwierigkeiten
  • Mastitis; entzündete Brustdrüsen

Angebotene Therapien

• Nadelakupunktur

• Moxibustion:
Erwärmung von Akupunkturpunkten mit getrockneten Heilkräutern

• Kräutertherapie:
Verordnung von chinesischen Heilkräutern als Tee oder Fertigpräparat

• Ernährungstherapie:
Verordnung von Nahrungsmitteln bei Schwäche, Fülle oder Blockade von Qi

• Tuina bei Kindern:
direkte Beeinflussung von Qi mit Hilfe bestimmter Massagetechniken

• Yangsheng – Analyse:
Diagnose, Beratung und Anwendung von Prinzipien zur Wiederherstellung des Gleichgewichts von Jing,
Qi und Shen

Kinder

Kinder besitzen nach den Vorstellungen der TCM eine besondere energetische Konstitution. Bei Erkrankungen im Kindesalter können zwei Hauptursachen gefunden werden:

  1. Die Organe sind unreif, der Körper und das Qi sind nicht vollständig entwickelt. Da Milz und Lunge schwach sind, hat der Kinderkörper eine nur schwache Fähigkeit zur Krankheitsabwehr. Falsche Ernährung und ungünstige klimatische Verhältnisse oder plötzliche Wetterwechsel führen schnell zu Magen-Darmbeschwerden oder Erkrankungen der oberen Luftwege sowie der Haut.
  2. Kinder haben eine ausgeprägte Yang-Konstitution, ihre Leberenergie ist leicht erregbar. Kinder verlieren schnell ihr Gleichgewicht, sie werden schnell weinerlich, laut oder wütend. Im körperlichen Bereich führt das Fehlen der Mitte und eine Yang-Betonung des Energiesystems schnell zu Hitzebildung, die sich mit heftigem Krankheitsbeginn, hohem Fieber und sogar Fieberkrämpfen zeigen kann. 

Die Behandlung von Kindern mit TCM setzt bei den oben beschriebenen Besonderheiten an. Wichtig ist eine gründliche Anamnese der Lebensumstände und Ernährungsgewohnheiten eines Kindes. Isst ein Kind zuviel „kalte“ und „feuchte“ Nahrungsmittel wie z.B. Zucker, Weizenmehl, säuerliche Milchprodukte, Fruchtsäfte, rohes Obst, Tiefkühlkost, Fastfood oder wird es unregelmäßig gestillt, wird die schwache Milz des Kindes überfordert und es kommt zu Bildung und Anhäufung von Feuchtigkeit und Schleim. Koliken, Erbrechen, Durchfall, Husten, Schnupfen, Asthma und Hauterkrankungen können die Folge sein.

Leidet ein Kind und seine Familie unter ungünstigen Lebensumständen wie häufigem Wechsel der Bezugsperson, unregelmäßigen Essens- und Schlafenszeiten, übermäßigem Medienkonsum oder lauter und verschmutzter Wohnumgebung, kann das ungefestigte Yang der Leber in Überschuss geraten und sich durch Fieber, Schlafstörungen, Schreianfälle, unruhiges Verhalten und Aufmerksamkeitsstörungen manifestieren.

Die Therapie zeigt meistens schnell Erfolge, da das Qi von Kindern unverbraucht und sauber ist und sie sich dadurch rasch erholen. Zur Anwendung kommen Nadelakupunktur mit wenigen, dünnen Nadeln, Kräutertherapie, Tuina (Chinesische Massage zur Wiederherstellung des Qi) und Ernährungsumstellung.

Kinder

Häufige behandelbare Erkrankungen im Kindesalter sind:

  • Otitis media; Mittelohrentzündung
  • Neurodermitis; endogenes Ekzem
  • Koliken; Bauchkrämpfe
  • Obstipation; Verstopfung
  • Diarrhoe; Durchfall
  • Sinusitis; Entzündung der Nasennebenhöhlen
  • Rhinitis; Schnupfen
  • Bronchitis; Entzündung der Atemwege mit Husten und Fieber
  • Asthma bronchiale
  • Allergien; Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Heuschnupfen
  • Cystitis; Blasenentzündung
  • Schlafstörungen
  • Wachstumsverzögerungen
  • ADHS und ADS; unruhiges oder auffälliges Verhalten und Aufmerksamkeitsstörung

Chronische Krankheiten

Vor Beginn einer Behandlung muss jeder TCM- Therapeut die grundlegende Entscheidung treffen, ob es sich bei der Erkrankung seines Patienten um eine Füllestörung, eine Schwächestörung oder eine Fülle- / Schwächestörung handelt, bei der beide Faktoren in unterschiedlich starker Gewichtung vorhanden sind. Füllestörung bedeutet ein krankmachendes „Zuviel“, eine Fülle oder Zusammenballung von Qi oder ein Zuviel an Hitze oder Kälte. Schwächestörung bedeutet ein „Zuwenig“, ein Mangel an Qi, Blut oder Yang.

Die Therapiekonzepte beider Störungen sind klar beschrieben: Fülle wird sediert, d.h. ein Zuviel wird zerstreut; Schwäche wird tonisiert, d.h. ein Zuwenig wird gesammelt oder konzentriert und dadurch gestärkt. Krankheiten, mit denen westliche Patienten heute den Weg in eine Praxis für TCM finden, beruhen in den allermeisten Fällen auf einer Mischform oben genannter Muster, einer Fülle- / Schwächestörung. Man könnte sagen, dass alle chronischen Krankheiten dieses Muster aufweisen.

Eine sorgfältige Anamneseerhebung ist hier besonders bedeutsam, da der Therapeut dadurch oft eine lange Vorgeschichte der Erkrankung aufdecken wird, die zur Ausprägung der jetzigen Symptome geführt hat. Die ursprünglich „reinen“ Muster einer Erkrankung im Kindesalter verändern sich durch ungenügende Therapien im weiteren Lebensverlauf, durch einschneidende Ereignisse, durch eine ungünstige Lebensführung und den normalen Abbau von Qi und Essenz in der zweiten Lebenshälfte hin zu einem komplexen Krankheitsmuster mit vielen Unwägbarkeiten. (Ungenügende Therapie = der energetische Zustand vor der Erkrankung wird nicht vollständig wiederhergestellt).

Trotz sorgfältiger Anamnese lässt sich bei Behandlungsbeginn nicht immer genau das Ausmaß der beiden Faktoren Fülle und Schwäche festlegen. Erfahrungsgemäß wird die Therapiestrategie bei der Behandlung einer chronischen Erkrankung häufig angepasst und verändert. Diese Vorgehensweise ist eine der großen Stärken der Traditionellen Chinesischen Medizin. Da westliche Patienten oft auf ein schnelles „Wegtherapieren“ der ärgerlichen Symptome konditioniert sind, ist ein Verständnis der besonderen energetischen Situation bei chronischen Krankheiten sehr wichtig. Eine Behandlungsdauer von bis zu 18 Monaten ist keine Seltenheit; es spielen weniger die Behandlungshäufigkeit als eine ausreichend lange Behandlungszeit eine große Rolle. Es ist wichtig, Patienten möglichst umfassend über ihre energetische Situation, die voraussichtliche Behandlungsdauer und den realistischen Behandlungserfolg aufzuklären. Finden sich bei der Yangsheng-Analyse Hinweise auf eine ungünstige Lebensführung, sollte mit Hilfe des TCM- Therapeuten eine Aufdeckung und Bewusstmachung der zentralen Themen erfolgen.

Chronische Krankheiten

Neben den chronisch degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparates (Arthritis, Arthrose) und des Nervensystems (Neuropathien, Neuralgien), den chronischen Schmerzerkrankungen (Migräne, Kopfschmerzen) und dem chronischen Müdigkeitssyndrom fällt vor allem die große Symptomgruppe der Allergien in die Kategorie der chronischen Krankheiten. Bei allen „plötzlich“ aufgetretenen Allergiesymptomen lässt sich eine spezifische Vorgeschichte der Erkrankung erheben. Die Rede ist hier nicht nur von Heuschnupfen und Heuasthma durch Pollen, Tierhaare oder Milben, sondern auch von der immer größer werdenden Gruppe der Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Nahrungsmittelallergien.

Sexualität und Fortpflanzung

In der chinesischen Kultur spielte die Bewahrung oder aber der vorzeitige Verbrauch von Jing, Essenz, eine große Rolle bei der Bewertung und Anwendung von sexueller Betätigung. Vor allem der Daoismus (4. Jahrhundert v. Chr. bis heute) kultivierte einen ganzen Schatz von sexuellen Praktiken und Anwendungen zur Bewahrung und Steigerung der Essenz. Dabei wurden zu frühzeitig ausgeübte Sexualität, sexuelle Aktivität unter Alkohol- oder Drogeneinfluss und zu häufige Ejakulationen (auch der Frau!) als schädlich und krankmachend angesehen.

Die Anwendung der Sexualität in der heutigen Gesellschaft scheint genau diese schädlichen Aspekte immer normaler werden zu lassen. Gleichzeitig kommt es in den westlichen Industrienationen zu einer deutlichen Zunahme von ungewollter Kinderlosigkeit durch weibliche und männliche Unfruchtbarkeit. Fertilitätsstörungen beruhen nach den Vorstellungen der TCM zum größten Teil auf Schwächezuständen der Nierenenergie. Die Niere, in der die Essenz gespeichert ist, kann schon eine konstitutionelle Schwächung durch hohes Alter der Eltern bei der Empfängnis, Schwäche der Mutter oder schwache Gesundheit beider Elternteile erfahren haben. Überarbeitung, schlechte Ernährung, Schlafmangel und fehlende Ruhephasen können die Nierenenergie von Mann und Frau weiter in Mitleidenschaft ziehen. Auch die oben erwähnte frühzeitige sexuelle Betätigung während der Pubertät und spätere übermäßige sexuelle Aktivität können zu einer Unfruchtbarkeit im mittleren Lebensalter führen.

Die TCM beschreibt eine Vielzahl von Syndromen, die Infertilität bedingen können. Aufgrund ihrer speziellen Physiologie ist die Anfälligkeit der Fortpflanzungsorgane der Frau durch Blutmangel, Bluthitze, Blutstase im Uterus, Nässe und Nierenschwäche größer als bei einem Mann und die Ursachen der Unfruchtbarkeit können mannigfaltiger sein. Bestehen keine schwerwiegenden körperlichen Hindernisse wie beidseitige Eileiterverklebung, große Myome oder starke Endometriose bei der Frau oder das völlige Fehlen von Spermien beim Mann, ist die Anwendung von Traditioneller Chinesischer Medizin zur Behandlung von Infertilität erfolgversprechend.

Die Anamnese wird bei beiden Partnern erhoben, selbst wenn ein Partner schulmedizinisch gesund sein sollte. Findet sich bei einem oder beiden Partnern ein Syndrom, das Unfruchtbarkeit hervorrufen kann, wird dieses durch Akupunktur, Heilkräuter und eventuell Ernährungsumstellung behandelt. Bei der Frau richtet sich die Behandlung meist nach den Phasen des Menstruationszyklus. Je nach Art des Syndroms muss mit einer Behandlungsdauer von einigen Monaten bei Männern und 6 - 15 Monaten bei Frauen gerechnet werden.

Männer

Die Konstitution von Männern wird nach den Vorstellungen der Traditionellen Chinesischen Medizin von Qi und Yang bestimmt. Das Buch „Grundlegende Medizin“ aus dem Jahr 1575 sagt: „Männer greifen auf das Qi als Grundlage zurück, sie sind konstitutionell von Yang-Natur…“
Die Erhebung der Anamnese bei männlichen Patienten richtet ein besonderes Augenmerk auf den Zustand von Qi und Yang.

Jüngere Männer leiden häufig unter Unwohlsein und Krankheiten durch eine Stauung von Qi, vor allem Leber-Qi, die zu Migräne oder Tinnitus führen kann. Ein Überschuss an Yang manifestiert sich oft als Hitze in der Haut wie bei Akne. Im mittleren Lebensalter kommt es bei Männern zusätzlich zur Qi-Stagnation auch zu einer Erschöpfung des Qi, die bei längerem Bestehen eine Schwäche der Nierenenergie und des Nieren-Yang nach sich zieht. Daraus folgen „Schwächekrankheiten“, nicht selten mit Anhäufung von krankmachenden Faktoren wie Feuchtigkeit, Hitze oder Schleimhitze. Es entstehen Zivilisationskrankheiten wie erhöhte Blutfette, erhöhter Blutdruck, Zunahme des Bauchumfangs und Übergewicht, chronisch degenerative Gelenkerkrankungen wie Gicht und Arthrose, Prostatabeschwerden und nicht selten Infertilität durch geringe Spermienzahl oder geringe Spermienbeweglichkeit. Erschöpfungszustände mit Ängsten und Schlafstörungen, chronische Müdigkeit und Desinteresse an Freizeitbeschäftigungen und Familie sind meistens Begleiter der rein körperlichen Symptome. Probleme im sexuellen Bereich wie vorzeitiger Samenerguss oder Impotenz können auftreten.

Da ein Männerleben im Gegensatz zu einem Frauenleben kaum von zyklischen Veränderungen geprägt ist, denken Männer oft, dass sie die unerwünschten Symptome „wegarbeiten“, „wegtrainieren“ oder „wegdenken“ können. Sie halten ihre „Schwächen“ oft für ihr eigenes Versagen und reagieren bis zum völligen Zusammenbruch mit noch mehr Arbeitseinsatz und noch mehr Anstrengung.

Eine Anamneseerhebung bei männlichen Patienten zielt deshalb außer dem Sammeln und Ordnen von Symptomen speziell auf die Bewusstmachung und Aufdeckung von Lebenssituationen und Lebenseinstellungen, durch die Essenz, Qi und Shen geschädigt und vorzeitig verbraucht werden. Übermäßige sexuelle Betätigung, Alkohol- und Medienkonsum, übergroße Arbeitsbelastung, Zukunftsängste und unausgesprochene Emotionen spielen hier eine große Rolle. Behandelt wird mit Akupunktur, Moxibustion (Verbrennen von Moxakraut auf der Nadel), Ernährungsumstellung, Kräutern und dem bewussten Umgang mit den Stärken und Schwächen, die sich durch die Yangsheng-Analyse gezeigt haben.

Kontakt

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Johanna Löffler
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Approbation am 1.April 1995, Ärztekammer Nordrhein
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Berufsordnung für Ärzte

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